SINNPUT für Sie – was Sie konkret tun können!

"Sinnput" steht für "sinnvollen Input" und wurde bisher nur KIZ intern verwendet. Ab sofort wollen wir dieses - wie wir finden - herrliche Wort mit Ihnen teilen :-).

1. Halten Sie engen Kontakt mit Ihren Kunden.

Auch wenn Aufträge oder Projekte abgesagt werden lohnt es sich, mit Kunden und Auftraggebern in engen Kontakt zu bleiben. Denn aufgeschoben ist meistens nicht aufgehoben. Mehrere Unternehmer haben mir zuletzt berichtet, dass ihre Kunden dankbar waren, wenn auch nach Absagen gute Gespräche geführt werden. Wenn Ihr Geschäft noch läuft und Sie noch lieferfähig sind, lohnt es sich, explizit zu signalisieren: „Wir können noch liefern.“ Ein guter Anlass, um Newsletter oder Posts in die Welt zu senden. Oder helfen Sie anderen in der Krise. SAP setzt das gerade gut um. Jedes Unternehmen kann aktuell für 90 Tage kostenlosen „Ariba Discovery“ nutzen, sodass jeder Käufer seinen unmittelbaren Einkaufsbedarf posten und jeder Lieferant darauf reagieren kann, wenn er die gewünschte Ware liefern kann. Ein guter Service, offen für alle. Und gleichzeitig eine hervorragende Marketingaktion.

2. Senken Sie schnell die Kosten.

Miete aussetzen. Als große Fixkostenbelastung ist in vielen Branchen existenzbedrohend, wenn die Umsätze wegfallen. Um die Krise gut überstehen zu können und danach das Mietverhältnis noch lange fortführen zu können, sollten Vermieter/-pächter ihr Entgegenkommen zeigen. Hier besteht auf beiden Seiten ein großes Interesse für den Fortbestand des Unternehmens (und damit des Mietverhältnisses) über die Krisenzeiten hinaus: Denn auch Vermieter werden nach Ende der Krise Probleme haben, ihre Flächen zu vermieten. Homeoffice ist durch die Krise zum üblichen Arbeitsmodell geworden und wird danach stärker genutzt werden, als zuvor. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie hierdurch weniger Büroflächen benötigen. Und leider werden viele Gastronomen und Einzelhändler Probleme haben, die Krise zu überstehen. Beides wird Immobilienbesitzer vor große Herausforderungen stellen, weshalb sie jetzt schon ein Entgegenkommen zeigen und ernsthafte Mieterlasse gewähren.

Personalkosten. Personalkosten können durch Kurzarbeitergeld gesenkt werden. Wenn die Auslastung Ihres Unternehmens (oder einzelner Unternehmensbereiche) dramatisch fällt, dann können so Entlassungen vermieden werden und die Bundesagentur für Arbeit übernimmt die Kosten. Arbeitnehmer erhalten 67 % (wenn sie einen Kinderfreibetrag haben) bzw. 60 % des Nettogehaltes. Auch Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen, soll die Bundesagentur für Arbeit künftig vollständig erstatten. Für das Antragsverfahren auf Kurzarbeitergeld fragen Sie am besten Ihren Steuerberater oder Personalbuchhaltungsservice. Konkrete Informationen der Agentur für Arbeit finden Sie hier.

3. Nutzen Sie steuerliche Liquiditätshilfen.

Die Bundesregierung hat eine Stundung von Steuerzahlungen, Senkung von Vorauszahlungen und Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändungen) bzw. Säumniszuschläge für betroffene Unternehmen bis zum 31.12.2020 beschlossen.

4. Arbeitslosengeld und Grundsicherung helfen im Notfall.

Wer noch Restansprüche aus AlGI hat oder solche durch die Arbeitslosenversicherung für Selbständige wiederaufgebaut hat, kann hierüber erst mal seine Lebenshaltungskosten finanzieren. Wer keinen AlG1-Anspruch hat, kann die Grundsicherung aus AlGII beim Jobcenter prüfen lassen. Die Selbstständigkeit kann in beiden Fällen weitergeführt werden, evtl. aber dann im Nebenerwerb.

Jedoch können darüber keine betrieblichen Verluste aufgefangen werden.

5. Mini-Hilfe für Kreativschaffende.

Für Kreativschaffende, die aufgrund des Veranstaltungsverbots seit dem 13.03.2020 Absagen von Veranstaltungen o.ä. hatten, gibt es bei der GVL eine Soforthilfe in Höhe von 250,00 EUR.

6. Überdenken Sie Ihr Geschäftsmodell

Die Krise als Chance sehen, um später gestärkt daraus hervorzugehen. Nutzen Sie die Zeit des Rückzuges und Stillstands, um Ihr Geschäftsmodell zu optimieren oder neu aufzustellen. Eine gute Inspiration ist der St. Galler Business Model Navigator. Hier sind 55 Geschäftsmodellmuster herausgearbeitet, auf denen über 90 % aller Geschäftsmodellinnovationen basieren. Hier können Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen.

7. Investieren Sie in sich selbst

Wer den ganzen Tag – wie das Häschen vor der Schlange – Nachrichten schaut oder mit Streaming von Serien seine Zeit totschlägt, der verpasst eine außergewöhnliche Chance, um sich selbst weiterzubilden. Ein gutes Beispiel ist Isaac Newton, einer der bedeutendsten Mathematiker und Physiker aller Zeiten. Als 1665 die Pest England heimsuchte, verbrachte Newton zwei Jahre daheim auf dem Land. Er nutzte die Auszeit, in der er von allen Anforderungen seines universitären Alltags befreit war, um seine bahnbrechendsten Entdeckungen und Entwicklungen auszuarbeiten.